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Du musst nichts schönreden, ich kenne die Nachteile dieses Töffs», sagt Suzuki-Händler Sigi Zachmann, der uns seinen Töff für eine Probefahrt zur Verfügung stellt. «Das ist keine Enduro, das ist ein Motocrosstöff mit einem Nummernschild.» Treffende Analyse, gewiss, doch der geneigte Leser wird vielleicht noch etwas mehr wissen wollen. Bei der Valenti-Suzuki handelt sich um den Enduro-Umbau der Motocross-Maschine RM-Z 450, also einen 450er-Viertakter mit Aluchassis. Technisches Highlight ist die elektronische Benzineinspritzung von Keihin. Wir danken Suzuki-Importeur Frankonia für die Schweizer Strassenzulassung. Gut versteckter Bremsslichtschalter: 
Wenig Umbau-Aufwand Der Umbau der italienischen Firma Valenti umfasst die obligate Lichtanlage. Der Serienalternator ist grösser als bei Motocrossern sonst üblich, um den Strombedarf der Einspritz- und Zündelektronik zu decken. Für den Enduro-Umbau reicht eine zusätzliche Wicklung auf dem Serienstator, um auch die Lichtanlage zu versorgen, weshalb äusserlich nichts zu sehen ist; es braucht keinen grösseren Rotor und keinen erweiterten Gehäusedeckel. Das Rücklicht ist eine LED-Leuchte, der hintere Kotflügel mit einem Rahmen aus zierlichem Stahlrohr verstärkt. Auspuff aus Italien Hinter der Lampenmaske ist ein Digitalanzeigeinstrument installiert. Der Seitenständer ist ein Aluteil, der Auspuff von Leo Vince reduziert das Geräuschniveau. Hinten ist von 19 auf eine Felge mit 18 Zoll Durchmesser umgespeicht. Mehr muss nicht gemacht werden, um den Motocrosser zur Enduro zu erklären. Die Preisdifferenz zum Crosser liegt bei 2880 Franken. Links der Leo Vince, rechts die Power-Bombe im Krümmer für mehr Dampf von unten: 

Das Sonderangebot Fr. 14'520.– kostet die Enduro, doch ist die Supermoto-Version eigentlich das bessere Angebot: Zum gleichen Preis bekommt man die strassenlegalisierte RM-Z 450 mit 17-Zoll-Radsatz und 320er-Vorderbremse. Die vordere Serienbremszange wird beibehalten und mit einem Adapter an den grösseren Bremsscheibendurchmesser angepasst. Der Clou an der Supermoto: Man bekommt als Zugabe die Serienräder des Crossers (21 und 19 Zoll). Man hat zwei Töffs in einem Genau genommen müssen die hintere Bremsscheibe und eine passende Kette zugekauft werden (wegen des grösseren Zahnkranzes auf dem Cross-Hinterrad braucht man eine längere Kette), und man hat praktisch zwei Töff: die Supermoto und den Crosser. Der Umbau dauert eine halbe Stunde. Vorteile der Cross-Abstimmung Aber wir haben nicht nur technische Details studiert, wir sind auch gefahren, wenngleich die Wetterverhältnisse dieses Vorhaben nicht unterstützten. Bei garstigen Temperaturen fällt erst mal auf, dass der Motor gut anspringt. Einen Choke oder dergleichen braucht es nicht, einfach den Kickstarter über den ganzen Weg beherzt durchtreten, und der Motor hämmert los. Einen Elektrostarter wünscht man sich erst, wenn man in unübersichtlichen Situationen ankicken muss. Tacho-Abnehmer an einer Befestigungsschraube der hinteren Bremsscheibe: 
Einspritzung überzeugt Unerwartet sanft ist der Leistungseinsatz bei moderater Drehzahl, was bei den vorgefundenen prekären Traktionsverhältnissen (schlammiges Cross-Gelände, schneebedeckt) hilfreich ist. Überhaupt überzeugt die Einspritzung in allen Fahrsituationen. Version für böse Jungs: 60 PS Der Töff fühlt sich am Kurveneingang spielerisch leicht an. Flink biegt man ab, und trotzdem ist der Geradeauslauf auf zerfahrenem, schneebedecktem Terrain vertrauenerweckend. Vorderradrutscher in (unsichtbaren) Rillen sind kalkulierbar abzufangen. Bis in mittlere Drehzahl ist der Auspuff angenehm leise, bei Vollastgas-Einsatz in zorniger Drehzahl tönt der Viertakter dann schon sehr gesund. Die Leistungsdaten im Datenkasten betreffen die homologierte Version, die wir uns nicht antun mochten. Die Version für böse Jungs leistet 60 PS bei 9500/min. Eine Gaudi ists: 
Sauber verschweisst: 
Ergonomie, Kupplung, Getriebe, Bremsen? Japanischer Spitzenstandard. Die Einspritzung, die Suzuki auf 2008 als erster Hersteller bei einem Serien-Motocrosser einsetzte, bewährte sich auf Anhieb, Kawasaki und Honda ziehen auf 09 nach. Machte die Einspritzung fast nie Ärger, gab es etliche Garantiefälle mit defekten Getrieben. Wir erwarten, dass dieses Problem auf den 09er-Modelljahrgang (dem auch unser Testtöff entspricht) ausgeräumt ist. Getriebe nicht ideal Trotzdem ist das Cross-Getriebe nicht ideal. Nur fünf Gänge (die meisten Enduros haben sechs), die für den Enduro-Einsatz eher zu eng gestuft sind. Im engen Trialgelände kommt man klar, aber auf schnelleren Streckenabschnitten darf man nicht drehzahlscheu sein, will man mit engagiert bewegten Enduros mithalten. Mehr braucht man eigentlich nicht im Cockpit: 
Ob die Federelemente auf der ganzen Palette der Enduro-Anforderungen überzeugen können, lässt sich wegen der speziellen Testbedingungen nicht abschliessend erläutern. Sicher lässt sich sagen, dass die Cross-Abstimmung der RM-Z dank feinem Ansprechen auf keinen Fall völlig unbrauchbar ist. Überhaupt hat ein Motocrosstöff mit Strassenzulassung im Vergleich mit einer echten Enduro auch Vorteile: Auf der Crosspiste ist ein Crosstöff umso klarer im Vorteil, je schneller der Fahrer ist. Das gilt je nach Streckenanlage auch für Enduro-Sonderprüfungen auf Crossgeländen, Cross-Country-Veranstaltungen oder Mehrstundenrennen. Das grösste Problem an diesem Testtag, an dem man eigentlich keinen Hund vor die Türe schickt, ist das Eis, nicht jenes in den Wasserlachen, sondern die Eisklumpen, die sich auf den Fussrasten bilden. Da muss man alle paar Runden anhalten und das Eis aus den Rasten klopfen, bevor das Vergnügen weitergehen kann. 

Technische Daten Valenti-Suzuki RM-Z 450
Motor | Bauart | Flüssigkeitsgekühlter Einzylinder-Viertakter | | Ventilsteuerung | zwei oben liegende, über Kette gesteuerte Nockenwellen, vier Ventile. | | Bohrung x Hub | 96 × 62,1 mm | | Hubraum | 449 ccm | | Verdichtung | 12,8 : 1 | | Gemischaufbereitung | Elektronisches Motormanagement von Keihin mit Benzineinspritzung und Zündung | | Drosselklappen-Durchmesser | 43 mm | | Ventildurchmesser: Einlass/Auslass | | | Schmierung | | | Auspuffanlage | | | Starter | Kickstarter |
Leistungsdaten | Max. Leistung | 16 PS (12 kW) bei 4250/min | | Max. Drehmoment | 3,1 mkg (30 Nm) bei 3250/min | | V-max. | |
Kraftübertragung | Kupplung | Mehrscheiben-Ölbadkupplung | | Gänge | Fünfganggetriebe, | | Endantrieb | Kette. |
Fahrwerk | Rahmen | Leichtmetall-Brückenrahmen | | Federung vorne | USD-Teleskopgabel, Zug- und Druckstufe einstellbar | | Gabelinnenrohr-Durchmesser | 47 mm | | Federung hinten | Leichtmetallschwinge, Umlenkhebelei, Zentralfederbein, Federbasis, Zug- und Druckstufe einstellbar | | Federweg vorn/hinten | 300 mm / 310 mm |
Räder | Rädertyp | Drahtspeichenräder, Alufelgen | | Felgendimension vorn | | | Felgendimension hinten | | | Reifendimension vorn | 90/100-21 | | Reifendimension hinten | 140/80-18 |
Bremsen | Bremse vorn | Einscheibenbremse (250 mm) mit Doppelkolbenzange | | Bremse hinten | hinten Einscheibenbremse (240 mm) mit Einkolbenzange. | | ABS | nein |
Abmessungen und Gewichte | Radstand | 1480 mm | | Lenkkopfwinkel | 64°30' | | Nachlauf | 115 mm | | Leergewicht fahrfertig vollgetankt | 114 kg | | Sitzhöhe | 955 mm | | Tankinhalt (davon Reserve) | 6,2 l |
Farben Preis, Lieferung per, Import | Preis | Fr. 14'520.–, inkl. MwSt. und NK | | Erstmöglicher Liefertermin | sofort | | Import über | Frankonia, Hohlstr. 612, 8048 Zürich, Tel. 044 431 65 11, |
Sonstiges, Bemerkungen
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